Gemeinsam durch Dick und Dünn

Zusammenhalt und Optimismus prägen die Deutsche Privatschule Omaruru

Rund 14 000 Menschen leben in Omaruru.  Nur wenige von ihnen sind deutsche Muttersprachler.  Doch die Deutsche Privatschule Omaruru (DPSO) kämpft um den Erhalt und beeindruckt in ihrem Konzept mit Zusammenhalt und Gemeinschaft – und das über die Schulmauern hinweg.

Von Nina Cerezo, Windhoek/Omaruru

21 Lernende, drei festangestellte Lehrer und zwei Teilzeitkräfte - Das ist die aktuelle Bilanz der Deutschen Privatschule Omaruru (DPSO), die trotz einer seit drei Jahren sinkenden Schülerzahl optimistisch in die Zukunft blickt. Es scheint, als sei die Behaglichkeit des Ortes auch hier auf dem liebevoll hergerichteten Schul- und Heimgelände eingekehrt. Eine Heimeligkeit, die jedoch keineswegs mit Stillstand gleichgesetzt werden darf. Im Gegenteil – an der DPSO passiert immer etwas, während andere Sachen aber auch angenehm konstant bleiben.

 

„Wir haben es geschafft, dass das Schulgeld und die Heimkosten in diesem Jahr nicht erhöht wurden“, berichtet so zum Beispiel Ingrid Kollmitz, Schulleiterin der DPSO. Im Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage sowie der Schülerzahl ist dies durchaus etwas, worauf die Schulgemeinschaft stolz sein kann, ebenso wie auf das „bodenfeste Personal“ mit Lehrkräften, die schon seit Jahren der Schule treu sind.

Die herrschende Atmosphäre von Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt ist jedoch nicht nur bei den älteren Mitgliedern der Schulgemeinschaft spürbar. „So etwas wie ,ich bin groß, du bist klein' gibt es bei unseren Schülern nicht“, erläutert Kollmitz und fährt fort: „Hier passen alle Kinder aufeinander auf.“ Durch die überschaubare Zahl der Lernenden werden die 1. und 2. Klasse sowie die 3. und 4. Klasse gemeinsam unterrichtet und das bedeutet für die Schüler, dass sie eine gewisse Selbstständigkeit erwerben, die ihnen schließlich nicht nur in der Schule nachgesagt wird. Auch wird auf Schuluniformen verzichtet, denn bei dem Zusammenhalt sei dies gar nicht nötig.

Neue Vorstandsvorsitzende

Bei aller herrschenden Beständigkeit kann sich die Schule aber auch über einen Neuzugang freuen: Seit Ende vergangenen Jahres ist Vanessa Caspers die neue Vorstandsvorsitzende des deutschen Schulvereins, nachdem sie im April 2017 bereits zur Stellvertreterin gewählt worden war. Caspers ist gebürtige Deutsche, lernte in ihrer Heimat ihren Ehemann Michael kennen und begleitete ihn schließlich nach Namibia. Seit zehn Jahren betreibt sie nun gemeinsam mit ihrem Mann eine Auto-Werkstatt „nach deutschem Standard“ im Ort und hat neben ihrer Tätigkeit für den Schulverein auch noch weitere Posten in der Stadtgemeinschaft inne. So ist sie auch Schatzmeisterin im Kirchenvorstand und engagiert sich im Sportclub.

Von ihrer neusten Position zeigt sich Caspers begeistert. „Wir haben hier wirklich ein super Team“, berichtet sie und lobt den Zusammenhalt unter den sieben Vorstandsmitgliedern, die sich aus Schuleltern und Schulleiterin Kollmitz zusammensetzen. Als Vorsitzende muss sie die Zügel in der Hand halten, wobei eine der wichtigsten Aufgaben des Schulvereins die Organisation der verschiedenen Fundraising-Veranstaltungen ist.

Schulgelder reichen nicht

„Vom Schulgeld allein können wir uns leider nicht finanzieren“, erklärt Kollmitz, die in diesem Zusammenhang vor allem auf die allbekannte und größte Spenden-Aktion, die Jagdverlosung, hinweist. Bereits zum 18. Mal findet diese statt und der Hauptpreis ist ein sechstägiger Jagdaufenthalt auf der Jagd- und Gästefarm Immenhof. „Früher hatten wir mehr Farmkinder an der Schule, wodurch es vielleicht etwas leichter war, die Preise gespendet zu bekommen“, fährt Kollmitz fort. Doch auch heute könne man sich noch auf die gute Gemeinschaft der Stadt verlassen – Sowohl beim Spenden von Sachpreisen, als auch von Geldern. „Der Zusammenhalt ist auch unabhängig von der Sprache“, so die Schulleiterin. Dabei werde auch geplant, sich mit weiteren Vereinen zusammenzutun, um die Veranstaltungen größer ausrichten und mehr Menschen erreichen zu können. „Denn es geht bei den Festen auch immer um das Soziale“, heißt es weiter, so zum Beispiel auch beim Oktoberfest, an dessen Abend der erste Preis der aktuellen Losaktion gezogen wird – Ein Hin- und Rückflug nach Deutschland.

Das Geld kann die Schule gut gebrauchen. Nicht nur für die laufenden Kosten, sondern auch für Reparaturen, die hier und da immer wieder anfallen. So zum Beispiel muss nun der Heißwasser-Boiler des Schülerheims, der „Donkey“, ersetzt werden. Und da ist jede Hilfe willkommen, vor allem im Hinblick auf die anstehende Schreibwerkstatt am 18. Februar, zu der wieder Schüler aus dem ganzen Land das Heim als Unterkunft nutzen. Und so schreitet die kleine Privatschule ins neue Schuljahr und weiß: Mit den Jahren werden auch wieder mehr Kinder kommen. Und ein englischsprachiger Zweig sei nicht nur finanziell eine zu großer Herausforderung, sondern lege man eben besonderen Wert auf den Erhalt und die Förderung der deutschen Sprache.

 

 

 Am 18. Februar ist es wieder soweit. Dann findet  erneut die Schreibwerkstatt für Schüler aus dem ganzen Land an der DPSO  statt. Die Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr (Bild) haben diese  Veranstaltung sehr genossen. Foto: DPSO

 

 

Aktuelle Losaktionen der Deutschen Privatschule

 Omaruru (DPSO):

Jagdverlosung

Ein Los kostet 30 Euro, die Ziehung findet zur Weihnachtsfeier 2018 statt.

1. Preis: Sechs Tage Jagd für einen Jäger und Begleitung auf der Immenhof Jagd- und Gästefarm.

2. Preis: Drei Tage Jagd für einen Jäger auf der Okosongoro Safari Ranch

3. Preis: Drei Tage Jagd für einen Jäger auf der Erongo Lodge

Loskation

Ein Los kostet 250 N$, die Ziehung findet am 6. Oktober beim Oktoberfest statt.

1. Preis: Ein Hin- und Rückflug nach Deutschland für eine Person

2. Preis: Ein Wochenende auf der Immenhof Jagd- und Gästefarm für zwei Personen

3. Preis: Ein Oryx

Weitere Informationen gibt es bei Vanessa Caspers, vmcaspers@gmx.de.

 

AZ Beitrag vom 7. Februar 2018 - Ausgabe 27

https://www.az.com.na/nachrichten/gemeinsam-durch-dick-und-dnn2018-02-07

Als PDF lesen:  az_p10_070218

 

 

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