|
Omaruru, etwa 250 km nordwestlich der Hauptstadt Windhoek gelegen, ist ein alter Siedlungsplatz der Herero. “OMARURU”
bedeutet auf Herero ”bittere Dickmilch”, da die Rinder in dieser Gegend in Dürrezeiten den Bitterbusch (Pechuel Löschia-leibuitzii) abweiden, der der Milch einen bitteren Geschmack gibt. Im Zentrum von Omaruru
liegen seit 1995 die Deutsch e Privatschule Omaruru und das dazugehörige
Schülerheim.
Der namibische Staat sieht seit der Unabhängigkeit seine erzieherische Aufgabe zurecht
primär darin, allen Namibiern Chancengleichheit in der Grundschulausbildung zu gewährleisten. An Staatsschulen wird ein Muttersprachenunterricht für alle
Sprachgruppen nur bis zur dritten Klasse geboten. Ab der vierten Klasse findet sämtlicher Unterricht in diesen Schulen auf Englisch statt. Weil aber gerade eine Sprache in Wort
und Schrift nicht in drei Jahren gefestigt werden kann, wurde unsere Privatschule gegründet. Den Muttersprachenunterricht über die dritte Klasse hinaus zu sichern ist das
erklärte Ziel dieser Einrichtung. Dabei orientiert sich der Lehrplan teilweise an deutschen Lehrplänen unter Zuhilfenahme deutschen Lehrmaterials, angepaßt an die namibischen Bedingungen und Vorschriften.
Derzeit wird die Schule von 44 Kindern vorwiegend namibischer Nationalität, verteilt auf
sieben Klassen, besucht. Sie stammen nicht nur aus deutschen Familien, sondern auch aus Familien, in denen als Muttersprache Englisch oder Afrikaans gesprochen wird. Dieser
Umstand gibt der Deutschen Privatschule Omaruru ein multikulturelles Gepräge, welches die Schulgemeinschaft bereichert. Während es viele deutsche Schulen im Ausland als ihre
Aufgabe betrachten, sich der schulischen Betreuung solcher Kinder zu widmen, deren Eltern als Fachleute u.a. im diplomatischen Dienst, im Handel oder der Industrie tätig sind, stammen
unsere Kinder je zur Hälfte aus in Omaruru ansässigen Familien als auch aus Familien, die in der Umgebung Omarurus Farmen. Letztere bringen ihre Kinder montags für fünf Tage ins
Schülerheim, welches auf dem Schulgelände liegt. Eine Heimmutter, unterstützt von einer Assistentin, gestaltet mit den derzeit 19 Kindern die Nachmittage und Abende.
Die Deutsche Privatschule Omaruru ist eine vom namibischen Staat anerkannte
Privatschule. Der Träger der Schule ist der Deutsche Schulverein Omaruru, welcher die rechtlichen, baulichen, finanziellen, materiellen und personellen Voraussetzungen
für den Schulbetrieb schafft. Als Schule in privater Trägerschaft muß die Schule wegen nur geringfügiger Fördermaßnahmen im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik
der Bundesrepublik Deutschland die notwendigen finanziellen Mittel zur Deckung der Kosten vorwiegend selbst aufbringen. Dies geschieht durch Schulgelder, die die Eltern
zahlen, und Spenden, die ca. ein Drittel aller Einnahmen ausmachen. Ohne diese Spenden wären die aufzubringenden Schulgelder nicht bezahlbar. Der Ve rein, dem alle Eltern mit der Anmeldung ihrer Kinder beitreten, wählt einen Vorstand, an dessen Sitzung u.a. die Lehrer/innen
teilnehmen. Das Lehrerkollegium besteht aus vier Vollzeitlehrkräften, welche in Omaruru leben.
Dieses Lehrerkollegium wird mit ihrem Unterrichtskonzept den Anforderungen einer Grundschule gerecht:
Alle Schüler sind unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorraussetzung
in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, in den sozialen Verhaltensweisen sowie in ihren musischen und praktischen Fähigkeiten umfassend zu fördern. Dabei
werden die Sprache, Kultur und Lebensverhältnisse Namibias so weit wie möglich im Unterricht berücksichtigt.
Grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse sind bei den Kindern individuell zu fördern.
Die Kinder sind durch ermutigende Hilfe zu den systematischen Formen des Lernens heranzuführen.
Die Lernfreude der Schüler ist zu erhalten und zu fördern.Weil in der Deutschen Privatschule Omaruru
Kinder mit den unterschiedlichsten kulturellen Vorraussetzungen gemeinsam ihren Bildungsweg beginnen, ist das Kollegium bemüht,
vielfältige soziale Erfahrungen im Zusammenleben und miteinander Lernen durch Gruppen- und Partnerarbeit in einem zumeist klassen- und jahrgangsübergreifenden Unterricht zu gewährleisten.
Die Schule ist für die Kinder immer auch unmittelbarer Lebens- und Erfahrungsraum, der ihr Denken und Handeln beeinflußt. Es ist deshalb
wichtig, daß die Kinder vertrauensvolle Bindungen zu Mitschülern und einen offenen mitmenschlichen Umgang erfahren.
Um den Unterrichtsraum Schule zu erweitern, wird der Unterricht durch zusätzliche freiwillige
Arbeitsgemeinschaften im sportlichen und musisch-künstlerischen Bereich (Tennis, Schwimmen, Fußball, Reiten, Blockflöten-, Klavier- und Akkordeonunterricht) ergänzt.
|